Letzte Änderung: 28. Februar 2018

Hans Soldan Moot Court 2018 – jetzt bewerben!

Der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Zivilverfahrensrecht von Prof. Dr. Fabian Klinck unterstützt seit dem Jahr 2015 jährlich ein Team von Studierenden bei der Teilnahme am Hans Soldan Moot Court zur Anwaltlichen Berufspraxis.

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Der Moot Court richtet sich bundesweit an Studierende der Rechtswissenschaften und wird von der Hans-Soldan-Stiftung, der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), dem Deutschen Anwaltverein (DAV) sowie dem Deutschen Juristen-Fakultätentag (DJFT) veranstaltet.

Das Team aus Studierenden setzt sich im Rahmen des Wettbewerbs mit einer fiktiven Fallakte auseinander, deren rechtliche Fragestellungen aus dem allgemeinen Zivilrecht, Zivilprozessrecht sowie dem anwaltlichen Berufsrecht stammen.

In einer ersten Phase des Wettbewerbs fertigen die Teams zwei Schriftsätze an – einen Kläger- und einen Beklagtenschriftsatz. Diese bieten sodann die Grundlage für die zweite Phase des Moot Courts, die mündlichen Verhandlungen an der Leibniz Universität Hannover. In den Verhandlungen wird das anhängige Gerichtsverfahren in Einzelrichterverhand­lungen vor der fiktiven 1. Zivilkammer des Landgerichts Hannover simuliert. Die Teilnehmer müssen Argumentations- und Verhandlungsgeschick beweisen und können sich eingängig mit dem Tätigkeitsfeld eines Rechtsanwaltes vertraut machen, denn sie treten selbst als solche auf!

Begleitet wird der Moot Court von einem Rahmenprogramm, dass neben der allgemeinen Verpflegung auch zum Kennenlernen von Studierenden anderer Fakultäten einlädt.

Eine Teilnahme am Hans Soldan Moot Court eignet sich für Studierende der Rechtswissenschaft ab dem 3. Fachsemester. Weitere Informationen und Impressionen der letzten Jahre rund um den Moot Court finden sich unter www.soldanmoot.de und auf der Facebook Seite des RUB-Teams unter www.facebook.com/TeamRUB/. Bei Fragen hinsichtlich des Soldan Moots 2018 steht Ihnen der Lehrstuhl jederzeit gerne zur Verfügung.

Bewerbungen für die Teilnahme am Soldan Moot 2018 senden Sie bitte mit einem kurzen Lebenslauf, Motivationsschreiben und einer Übersicht der Studienleistungen per E-Mail an buerglr-roemr@rub.de oder postalisch an den Lehrstuhl.

Erfahrungsbericht

Im vergangenen Jahr nahm die Ruhr-Universität Bochum zum dritten Mal in Folge am Hans Soldan Moot Court teil und konnte, bei bisher geringer weiblicher Beteiligung, mit uns dreien als reinem Mädels-Team an den Start gehen. In einer gemeinsamen Vorbesprechung mit den Teilnehmern der letzten Jahre konnten wir noch einige Erfahrungen austauschen und uns ein paar letzte Tipps geben lassen bevor es dann so richtig losging.

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Im Juli fand die Fallausgabe statt. Wir setzten uns zusammen und versuchten uns gemeinsam einen Überblick über den Sachverhalt zu verschaffen. Wir erstellten eine Lösungsskizze, anhand derer wir in den folgenden Tagen und Wochen den Klägerschriftsatz verfassten.

Auf der Suche nach einer rechtlich vertretbaren Lösung für die Durchsetzung der Interessen unseres fiktiven Mandanten erarbeiteten wir uns im Teamwork eine Argumentationsstrategie. In der Schreibphase trafen wir uns regelmäßig und verbrachten viel Zeit zusammen. Unterstützung bekamen wir in dieser Zeit von unseren Coaches (Benedikt Bielefeld, Maurice Goebel und Alexander Schulte Rödding) und Herrn Prof. Dr. Klinck.

Das Besondere an der Arbeit mit einer Moot Court Akte ist, dass von Anfang an in zwei Richtungen gedacht werden muss. Jedes Argument auf Klägerseite gilt es später auf der Beklagtenseite zu revidieren und anders herum – beide Seiten müssen vertreten werden.

Nach Absendung des Klägerschriftsatzes ging es somit an die Klageerwiderungsschrift. Als wir am 14. September dann auch die Klageerwiderungsschrift auf den Weg nach Hannover gebracht hatten, waren wir sehr erleichtert aber auch stolz auf die bis dato geleistete Arbeit.

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Nun ging es an die Vorbereitung der mündlichen Verhandlungen: Wir übten Präsentations- und Verhandlungstechnik im Gerichtslabor der RUB und trafen uns mit dem Team der Universität Bonn zu Probeverhandlungen bei zwei namenhaften Großkanzleien in Düsseldorf. Diese zweite Phase des Wettbewerbs fand ihren Höhepunkt dann in unserer gemeinsamen Reise nach Hannover, wo wir auf Teams von Universitäten aus ganz Deutschland trafen. Im K.O.-System nach Punktevergabe verhandelten wir Runde um Runde und auch wenn wir am Ende nicht als Gewinner des Wettbewerbs hervorgingen, so hatten wir doch einige erlebnisreiche Tage und konnten unsere bisher eher theoretischen Kenntnisse aus der Juristerei endlich einmal praktisch anwenden.

Wir hatten eine unglaublich schöne Zeit zusammen; vor allem die Tage in Hannover mit einem interessanten Rahmenprogramm, leckerem Essen, Musik und netten Menschen haben diese drei Monate zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht, welches dem ja oft als „trocken“ nachgesagten Jurastudium eine ganz neue Richtung gegeben hat.

Ein ganz großer Dank geht an Herrn Prof. Dr. Klinck, der immer ein offenes Ohr und passende Ratschläge im Hinblick auf Schriftsatz und Verhandlungstechnik hatte. Wir bedanken uns auch bei Herrn Dr. Michael Neupert, der uns ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stand.

Julia Termast, Vivien Wefringhaus und Luise Brockerhoff –
Team der Ruhr-Universität Bochum, 5. Hans Soldan Moot Court 2017.